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Beate Althammer (in Bearbeitung)

Vagabunden. Armut, Bettel und Mobilität im Zeitalter der Industrialisierung, 1815-1933 (Arbeitstitel)

Habil.-Schrift Trier.

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Wahrnehmungs- und Reaktionsweisen gegenüber devianten ,Randgruppen' unter den Armen sowie die Erfahrungen und Lebensschicksale der Menschen, die in eine solche Randlage geraten waren. Die Armutsforschung zur Frühen Neuzeit hat sich schon seit geraumer Zeit recht intensiv mit Bettelei und Vagantentum sowie den Zucht- und Arbeitshäusern als Instrumenten zu ihrer Bekämpfung befasst. Weit weniger ist bekannt, wie weitverbreitet und vieldiskutiert diese Phänomene auch im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch waren. Gerade in der Epoche der Hochindustrialisierung, der rasanten Urbanisierung und der sie begleitenden Massenwanderungen nahmen die Klagen von Behörden und Publizisten über eine angebliche ,Flut' von bettelnden und vagierenden Menschen wieder stark zu. Wer aber waren diese ,modernen' Bettler, Vagabunden und Obdachlosen?Warum fielen sie aus dem expandierenden industriellen Arbeitsmarkt hinaus und durch die Netze der sich entfaltenden öffentlichen Wohlfahrtseinrichtungen hindurch?Welche gesellschaftlichen Exklusions- und Inklusionsstrategien richteten sich auf sie?Diesen Fragen geht die Arbeit am Beispiel der preußischen Rheinprovinz und hier insbesondere anhand der Großstädte Aachen, Düsseldorf und Duisburg nach. In einem ersten Teil werden die strafrechtlichen Bestimmungen, ihre Legitimierungen sowie die praktischen Umsetzungen auf regionaler und lokaler Ebene dargestellt. Der zweite Teil widmet sich der Arbeitsanstalt Brauweiler bei Köln und den Lebenswegen ihrer Insassen. Der dritte Teil untersucht die verschiedenen kommunalen, philanthropischen, religiös-caritativen sowie medizinisch-psychiatrischen Fürsorgebestrebungen, die auf die bettelnde und vagierende Armut zielten. In einem letzten Teil schließlich werden die Debatten um straf- und fürsorgerechtliche Reformen untersucht, mit denen Behörden, Juristen, Wissenschaftler und Wohlfahrtsexperten im frühen 20. Jahrhundert das alte Problem von Bettelei und Vagabondage endlich in den Griff zu bekommen hofften.